Workshop Anna Zimmer aus Frankfurt, ausgewiesene Expertin für Rektusdiastase, Diagnostik und funktioneller Begleitung
Dieser Workshop richtet sich vor allem an Menschen, die selbst von Beschwerden wie Rektusdiastase, Inkontinenz, Bauchdruck, Atemeinschränkungen oder unspezifischen Rücken- und Beckenschmerzen betroffen sind und verstehen möchten, was in ihrem Körper passiert – insbesondere im Zusammenhang mit Bewegung, Sport und Yoga.
Angesprochen sind vor allem Betroffene und Interessierte, Yogis und Yogalehrer, die ihre Praxis oder ihren Unterricht sicherer, stabiler und körpergerechter gestalten möchten, sowie Ärzte und Physiotherapeuten, die ihr funktionelles Verständnis im Bereich Bauchwand, Atmung, Beckenboden und Druckregulation vertiefen wollen.
Was ist eine Rektusdiastase?
Eine Rektusdiastase beschreibt eine Veränderung der Bauchwand, genauer der Linea alba – des bindegewebigen Verbindungsbandes zwischen den geraden Bauchmuskeln. Entscheidend sind dabei nicht nur die Weite, sondern ebenso Tiefe, Spannung, Elastizität und die funktionelle Belastbarkeit des Gewebes.
Eine Rektusdiastase ist kein rein optisches Thema. Sie kann Einfluss haben auf Haltung, Atmung, Beckenbodenfunktion, Stabilität der Körpermitte sowie auf die Druckverteilung im Bauchraum. Diese Zusammenhänge wirken sich im Alltag, beim Sport, in Therapie und besonders auch im Yoga aus.
Diagnostik mit Ultraschall
Ein zentraler Bestandteil des Workshops ist die ultraschallgestützte Beurteilung der Bauchwand. Mithilfe des Ultraschalls werden objektiv sichtbar:
- die Weite der Rektusdiastase
- die Tiefe und Spannung der Linea alba
- das Verhalten der Bauchwand unter Belastung und Bewegung
Diese Diagnostik ermöglicht eine differenzierte und nachvollziehbare Einschätzung, die deutlich über Tastbefund oder rein visuelle Beurteilungen hinausgeht und eine fundierte Grundlage für weitere Schritte in Therapie, Training und Yoga schafft.
Mögliche Beschwerden
Nicht jede Rektusdiastase verursacht Beschwerden. Treten sie auf, können sie sich sehr unterschiedlich äußern, zum Beispiel durch:
- instabiler oder weicher Bauch
- Rückenschmerzen ohne klare Ursache
- Druckgefühl im Bauch bei Belastung
- sichtbare Vorwölbung des Bauches
- Probleme, Urin zu halten
- Unsicherheit bei Alltagsbewegungen
- Schmerzen im Becken oder in der Hüfte
- flache oder eingeschränkte Atmung
- Beschwerden bei Sport oder Yoga
- schnelle Ermüdung der Körpermitte
Entscheidend ist dabei weniger die reine Weite der Rektusdiastase als die funktionelle Qualität der Bauchwand und die Fähigkeit, den intraabdominalen Druck sinnvoll zu regulieren.
Was ist realistisch verbesserbar?
Ein wichtiger Teil des Workshops ist die realistische Einordnung von Verbesserungen. Thematisiert wird:
- mehr Halt und Kontrolle in der Körpermitte
- weniger Druck- und Zuggefühl im Bauch
- stabileres Gefühl bei Alltag, Sport und Yoga
- bessere Zusammenarbeit von Atmung, Bauch und Beckenboden
- langfristig mehr Belastbarkeit, auch wenn ein Spalt bestehen bleibt
Der Fokus liegt auf funktioneller Verbesserung und Belastbarkeit, nicht auf einem rein optischen „Schließen“.
Beckenboden, Atmung und Druckregulation
Die Rektusdiastase wird immer im Zusammenspiel betrachtet mit Beckenboden, Zwerchfell und Atemmechanik sowie der Regulation des intraabdominalen Drucks.
Es wird aufgezeigt, wie eine ungünstige Druckverteilung Beschwerden verstärken kann – und wie gezielte Regulation die Bauchwand entlastet, Stabilität fördert und Bewegung wieder sicherer macht.
Yoga-Kontext: Sensibilisierung und Anpassung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Yoga-Kontext. Gerade sehr bewegliche Menschen üben bei bestehender oder unerkannter Rektusdiastase häufig zu stark in eine Bauchwandschwäche hinein. Fehlende Stabilität wird dabei oft unbewusst über Gelenke, Wirbelsäule oder den Beckenboden kompensiert.
Yoga & Rektusdiastase – worauf es ankommt
- erkennen, wann Beweglichkeit fehlende Stabilität überdeckt
- spüren lernen, wann Druck im Bauch zu hoch wird
- verstehen, welche Yoga-Bewegungen Probleme verstärken können
- lernen, wie Haltungen sicher angepasst werden
- Yoga so üben, dass es stabilisiert statt überfordert
Yogalehrer erhalten konkrete Hilfestellungen für den Gruppen- und Einzelunterricht, um Stabilität zu fördern, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen oder Kompensationen zu verstärken.
Ziel des Workshops
Der Workshop verbindet medizinische Diagnostik, funktionelles Verständnis und praxisnahe Umsetzung. Ziel ist es, Beschwerden besser einzuordnen, Zusammenhänge zu verstehen und langfristige Belastbarkeit zu fördern – fachlich fundiert, klar strukturiert und verständlich.
Samstag, 20.06.2026 und ggf. ein zweiter Termin am Sonntag, 21.06.2026
13:00-18:00 Uhr
Findet ab 15 Teilnehmer statt
Maximal 20 Teilnehmer